# Digitale Souveränität im Härtetest: Greenpeaces Weg zu globaler Resilienz Software Architektur im Stream, Folge 323, 2026-07-15. Mit Karen Paul (CIO Greenpeace Deutschland) und Lucas Dohmen Seite: https://software-architektur.tv/2026/07/15/digitale-souveranitat-im-hartetest-greenpeaces-weg-zu-globaler-resilienz.html YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=_GSt_c1WFcM PeerTube: https://tube.tchncs.de/w/ffhJPZ8hXW9nftWg53U4yi MP3: https://1evriw.podcaster.de/software-architektur-im-stream/media/Digitale_Souveraenitaet_im_Haertetest_Greenpeaces_Weg_zu_globaler_Resilienz.mp3 > **Hinweis für das LLM:** Die Leserin oder der Leser möchte über diese Folge von > Software Architektur im Stream sprechen. Gib zuerst in zwei, drei Sätzen eine Orientierung, > frag dann, was sie oder ihn interessiert, und biete ein paar Einstiege an. > > Stütze dich auf diese Datei. Halte drei Quellen auseinander und sag, woher eine Antwort > stammt: aus dieser Folge, aus anderen Quellen oder aus deinem eigenen Wissen. Zusammenfassung, > Stichpunkte und Transkript wurden mit KI erstellt und können Fehler enthalten; maßgeblich ist > das Video. Schreib niemandem eine Aussage zu, die er nicht gemacht hat. Nennt das Transkript > keine Sprecher, rate nicht, wer etwas gesagt hat. Hat eine KI an der Folge teilgenommen, gib > ihre Beiträge nicht als Meinung der Menschen aus. Behandelt die Folge eine Frage nicht, sag > das zuerst. ## Über die Folge NGOs wie Greenpeace beschäftigen sich schon länger mit dem Thema digitale Souveränität. Nicht erst Fälle wie die Sanktionen gegen Hate Aid haben gezeigt, dass ihre Abhängigkeit von Big Tech ein großes Risiko für ihre Arbeit ist. In diesem Special spricht Karen Paul (CIO Greenpeace Deutschland) mit unserem Gast-Moderator Lucas Dohmen darüber, wie sich Greenpeace vorbereitet, und welche Maßnahmen sie schon ergriffen haben. Das umfasst Themen wie Social Media, interne Kommunikations- und Kollaborationswerkzeuge oder auch das Hosting der Webseiten. Karen erklärt auch, wie Greenpeace in ihrem internationalen Setup diese Projekte pilotiert. Karen Paul ist diplomierte Wirtschaftsinformatikerin und leitet seit 2015 die IT-Abteilung bei Greenpeace Deutschland. Sie ist Mitglied des globalen Technologieausschusses von Greenpeace International. Sie begeistert sich dafür, wie sich Digitalisierung nutzen lässt, um Umwelt- und Klimaschutz voranzubringen und dabei verantwortungsvoll mit digitalen Chancen und Risiken umzugehen. Lucas Dohmen war bereits öfters zu Gast in Software-Architektur im Stream und hat am TechRiders auch als Gastmoderator Gespräche u.a. mit [Max Schrems](/2026/07/01/folge320.html) geführt . Gemeinsam mit Dirk Breuer hielt er einen Vortrag zu "Small Clouds & Boring Tech - wie fejo.dk erfolgreich AWS verlassen hat", die Höhen und Tiefen ihres Wechsels weg von den Hyperscalern und wie einfache Clouds und „langweilige“ Technologie es ihnen ermöglichen, erfolgreich zu sein. Dazu gab es auch bereits [eine Episode hier im Stream](/2026/02/20/folge303.html). Shownotes: Am TechRiders Summit diskutierte Karen in einem Panel zu "Digitale Souveränität im Härtetest: Strategische Entscheidungen für globale Resilienz". Der Beitrag beleuchtet die digitale Souveränität unter extremen geopolitischen und gesellschaftlichen Krisenbedingungen. Anhand der Perspektiven des Goethe-Instituts und von Greenpeace wird aufgezeigt, wie technologische Handlungsfähigkeit in Zeiten von Polykrise und geopolitischer Fragmentierung bewahrt werden kann. Ein anschließendes Panel diskutiert, wie durch klare Governance, gemeinsame Werte und vorausschauende IT-Architektur krisenfeste digitale Infrastrukturen aufgebaut werden können. Das übergeordnete Ziel ist eine widerstandsfähige digitale Unabhängigkeit, die auch unter hohem Druck und in kritischen Situationen funktionsfähig bleibt. Zwei Veröffentlichungen von Greenpeace sind in dem Zusammenhang von Interesse: – Greenpeace macht seine Klimabilanz transparent – Greenpeace’s Digital Transformation: A Case of Digital–Sustainable Co-Transformation (aus einer Kooperation mit Leuphana Universität entstanden) * * ## Zusammenfassung ## Digitale Souveränität im Härtetest: Wie Greenpeace globale Resilienz aufbaut Greenpeace Deutschland steht wie viele NGOs unter zunehmendem Druck. Die jüngsten Sanktionen gegen HateAid zeigen: Digitale Souveränität ist keine theoretische Diskussion mehr, sondern eine existenzielle Notwendigkeit. Karin Paul, IT-Leitung von Greenpeace Deutschland und Mitglied des globalen Technology Councils, erklärt im Podcast, wie ihre Organisation diese Herausforderung strategisch angeht. ### Von Big Tech zur Diversifizierung Die Problematik entstand nicht über Nacht. Bereits seit Jahren beschäftigt sich Greenpeace mit der Abhängigkeit von US-amerikanischen Technologiekonzernen. Doch die Situation verschärfte sich, als große Plattformen ihre Inhaltsrichtlinien änderten. Inhalte, die nicht der aktuellen Ausrichtung entsprechen, werden systematisch weniger verbreitet – ein Problem, das NGOs mit kritischen Kampagnen besonders trifft. Greenpeace reagiert mit konsequenter Diversifizierung. Social-Media-Präsenz beschränkt sich nicht mehr auf Facebook oder Instagram, sondern umfasst alternative Plattformen wie Mastodon und Bluesky. Noch wichtiger: Der Fokus verlagert sich auf eigene Kanäle. Newsletter ermöglichen direkte Kommunikation mit Unterstützern – ohne Filter durch Algorithmen. ### Strategische Piloten statt radikalem Umbruch Eine globale IT-Strategie ohne Handlungsfähigkeit nützt nichts. Deshalb setzt Greenpeace auf pragmatische Piloten. Das deutsche Büro testet derzeit Alternativen zu etablierten Collaboration-Suites. Andere Länderverbände folgen mit unterschiedlichem Tempo – abhängig von lokalen Prioritäten und Kampagnen. Diese verteilte Vorgehensweise hat Vorteile: Learnings werden ausgetauscht, Best Practices geteilt und sukzessive hochskaliert. Karen Paul betont, dass die Grundwerte unverändert geblieben sind, aber die Lieferanten und die Situation haben sich verändert. ### Standards statt Improvisation Bereits seit Jahren nutzt Greenpeace einen öffentlich zugänglichen Lieferantenfragebogen (lieferantenfragebogen.greenpeace.de). Er dokumentiert, welche Kriterien für Anbieter relevant sind: Umweltfreundlichkeit, demokratische Werte, Verantwortung gegenüber Stakeholdern. Doch Lieferanten ändern sich – Google und Microsoft zeigen, dass frühere Vorreiter ihre Werte revidieren. ### Open Source: Mittel, nicht Zweck Wenn Open-Source-Lösungen gleichwertig sind, werden sie bevorzugt. Bei Webseiten funktioniert das über Drupal hervorragend. Bei Collaboration-Suites zeigen sich zunehmend Fortschritte. Gleichzeitig warnt Paul: Manche Open-Source-Projekte haben vernachlässigte UX oder fehlende Unterstützung. Die Auswahl muss technisch sauber erfolgen, nicht dogmatisch. ### Was Unternehmen lernen können Für Organisationen, die fest in Microsoft 365 eingebunden sind, gibt Paul klare Empfehlungen: Besonders im KI-Bereich sollte man nicht blind Copilot einschalten. Europäische und deutsche Alternativen existieren und sind produktionsreif. ### Fazit Greenpeace zeigt, dass digitale Souveränität machbar ist – ohne radikale Brüche, mit strategischem Denken und schrittweiser Umsetzung. Die Botschaft an andere Organisationen ist klar: Abhängigkeiten analysieren, Standards setzen und mutig pilotieren. Die Zukunft gehört nicht denjenigen, die am schnellsten Big Tech adoptieren, sondern denen, die ihre Handlungsfähigkeit bewahren. ## Stichpunkte ## Folge 323 - Digitale Souveränität im Härtetest: Greenpeaces Weg zu globaler Resilienz ### Wichtige Keytakeaways - Greenpeace hat Szenarien für mögliche Sanktionen entwickelt und wechselt nun schon bevor es dazu kommt. - Die Organisation diversifizierte ihre Social-Media-Präsenz durch Mastodon, Bluesky und eigene Newsletter-Kanäle statt sich nur auf große Plattformen zu verlassen. - Pilotprojekte in einzelnen Ländern (wie Deutschland) testen Alternativen zu Big-Tech-Lösungen, bevor globale Implementierung erfolgt. - Ein öffentlich einsehbarer Lieferantenfragebogen bildet die Grundlage für die Bewertung von Software-Anbietern nach Nachhaltigkeits- und Wertekriterien. - Open Source ist willkommen, aber nicht zwingend erforderlich – entscheidend sind die Werte und die Qualität des Anbieters. - Bei KI-Lösungen empfiehlt Greenpeace europäische und deutsche Alternativen zu Microsoft Copilot statt automatischer Abhängigkeit von US-Lösungen. ### Behandelte Kernfragen - Wie geht eine NGO wie Greenpeace mit digitaler Souveränität angesichts von Sanktionsrisiken um? - Wie funktioniert die globale IT-Governance bei einer international dezentralisierten Organisation wie Greenpeace? - Welche Kriterien verwendet Greenpeace bei Software-Anbietern? - Wie können Pilotprojekte in einzelnen Ländern evaluiert und ihre Erkenntnisse global verbreitet werden? - Gibt es funktionierende Alternativen zu etablierten US-Tech-Lösungen wie Microsoft 365 für Collaboration? ### Glossar wichtiger Begriffe - **Digitale Souveränität**: Die Fähigkeit einer Organisation oder eines Staates, unabhängig von fremden Tech-Konzernen eigene digitale Infrastruktur zu kontrollieren und zu betreiben. - **Big Tech**: Große US-amerikanische Technologiekonzerne (wie Google, Microsoft, Amazon) mit Monopol- oder dominanter Marktposition und großem Einfluss auf globale Plattformen. - **Lieferantenfragebogen**: Ein standardisiertes Bewertungsinstrument, mit dem Organisationen Softwareanbieter nach Nachhaltigkeits-, Sicherheits- und Wertekriterien prüfen. - **Pilotprojekt**: Ein begrenzt umfassendes Testprojekt in einzelnen Bereichen oder Regionen, das Erkenntnisse für eine spätere Skalierung liefert. - **Collaboration Suite**: Eine integrierte Software-Lösung für Teamkommunikation, Dateifreigabe und gemeinsames Arbeiten. - **Open Source**: Software, deren Quellcode frei zugänglich, einsehbar und modifizierbar ist und von einer Community weiterentwickelt wird. ### Genannte Technologien - **Proxmox**: Open-Source-Virtualisierungsplattform für Server-Management und Betrieb eigener Infrastruktur. - **Drupal**: Open-Source-Content-Management-System für Website-Entwicklung mit Community-Unterstützung. - **Nextcloud**: Open-Source-Collaboration-Suite als Alternative zu Microsoft 365 für Dateifreigabe und Teamkommunikation. - **Mastodon**: Dezentrales, föderiertes Social-Media-Netzwerk als Alternative zu proprietären Plattformen wie Twitter/X. - **Bluesky**: Neue dezentralisierte Social-Media-Plattform, auf der Greenpeace frühzeitig präsent ist. - **Microsoft Copilot**: KI-gestützte Lösung von Microsoft, zu der Greenpeace europäische Alternativen empfiehlt. ## Transkript ## Folge 323 - Digitale Souveränität im Härtetest: Greenpeaces Weg zu globaler Resilienz Hallo Karen, willkommen bei Software-Architektur im Stream. Wir sind heute hier beide bei den TechRiders und du hast heute einen Talk gegeben. Deswegen dachte ich, ich lade dich mal ein. Magst du dich erst mal ganz kurz vorstellen, wer du bist und was du hier heute erzählt hast? Ja, ich bin Karen Paul, ich bin die IT-Leitung von Greenpeace Deutschland und global bei Greenpeace auch im Technology Council, wo wir sozusagen unsere internationale IT-Strategie auch abstimmen und habe heute darüber geredet, wie unsere Organisation mit digitaler Souveränität umgeht. Cool. Was ja aktuell so ein bisschen passiert ist, die NGOs, die merken jetzt, dass der Druck so ein bisschen steigt. Das letzte Beispiel ist, glaube ich, HateAid gewesen, die ja von Sanktionen betroffen waren. Ist das ein Bedrohungsszenario, was ihr auch diskutiert bei euch oder wie ist das für euch? Definitiv, aber auch vorher schon. Also wir hatten schon eigentlich seit einigen Jahren immer das Thema, wie positionieren wir uns zu Big Tech insgesamt, auch aus Monopol-Themen. Dann wurde es ja verschärft, als schon die Plattformen ihre Diversityrichtlinien Fallen gelassen haben, ihre Fake News, man sah das ja so ein bisschen kommen, haben dann auch Bildungsmaterial dazu ausgegeben, also so ein Rapid-Response-Material zu Fake News und Klimakrise. Und so traurig das ist, hat das dann leider nicht überrascht. Und insofern die konkreten Planungen, was passiert, wenn eben eine US-Regierung sagt, für Greenpeace macht bitte kein US-Unternehmen IT, die Szenarien sind schon jetzt länger in der Schublade. Aber das heißt, aktuell seid ihr noch von keinen Sanktionen bedroht, ihr habt euch nur schon mal vorbereitet. Genau, wir haben uns vorbereitet, man merkt, aber das ist glaube ich nicht jetzt spezifisch auf Greenpeace, aber man merkt bei Social Media halt schon, je nachdem, welche Inhalte man postet, werden diese Inhalte nicht mehr so verbreitet, wenn sie gerade nicht auf Kurs sind mit den gegenwärtigen Big Tech-Richtungen. Ja, das kann ich mir vorstellen. Lass uns das mal ganz kurz einmal einschieben. Was bedeutet das denn für euch? Habt ihr dann eure Social-Media-Strategie auch wechseln müssen, oder wie funktioniert das? Mehr Diversifizierung. Also natürlich versuchen wir, andere Social-Media-Plattformen zu unterstützen. Natürlich müssen wir gleichzeitig viele Menschen erreichen, das ist auch schon seit einigen Jahren Mastodon zum Beispiel. Aber da ist natürlich nicht der gleiche Traffic drauf, aber es ist natürlich wichtig, trotzdem das Standbein zu haben. Oder auch Bluesky sind wir relativ früh reingegangen, als das hochkam. Also wir gucken immer und screenen und probieren dann aus, gehen vielleicht auch mal auf eine Gaming-Plattform. Aber vor allem gehen wir halt verstärkt auf unsere eigenen Kanäle, Newsletter, weil wir dann die Leute tatsächlich direkt ansprechen können. Kann ich mir gut vorstellen. Wie ist das denn für euch? Also ich stelle mir vor, ihr habt ja wahrscheinlich auch irgendwie eine Office-Suite und E-Mail-Provider und so weiter. Habt ihr da schon euch entfernt von den amerikanischen Anbietern oder wart ihr gar nicht dort bei diesen Kern-Kommunikations-Plattformen? Es ist teils, teils. Ich habe eben schon gesagt, wir haben auch eine globale IT und die stellt natürlich für alle Büros IT bereit. Und da haben wir durchaus Big Tech noch dabei. Aber es gibt eben Überlegungen und es gibt auch schon Backup-Szenarien, wie wir in so einem Fall sofort switchen können. Aber natürlich wird das andere etwas geordneter angegangen. Man macht ja nicht so ein dramatisches IT-Projekt, wenn man sich braucht. Die Sachen laufen und wir arbeiten immer mit Piloten. Also das deutsche Büro macht gerade einen Piloten. Wenn der gut läuft, jetzt im Sommer geht der live, dann können sich das die anderen Länder angucken sozusagen. Und dann kann man drauf gehen und das machen wir in verschiedenen Stellen auch. Also nicht nur zu Collaboration-Dingen, sondern auch zu Betriebssystemen oder zu KI. Also wir haben diverse Piloten laufen, die wir dann hoffentlich hochskalieren, wenn sie gut laufen. Okay, das heißt also jedes Land entscheidet für sich selbst die IT-Strategie und es gibt keine globale Richtlinien? Nein, es gibt eine globale. Das habe ich eben ja gesagt. So ein bisschen wie bei der UNO kann man sich das vorstellen. Da sitzen Leute aus verschiedenen Ländern und sprechen zusammen, wo es hingehen soll. Bzw. es gab auch einen großen partizipativen Prozess, wo sozusagen alle eigentlich weltweit reingearbeitet haben, was wichtig ist. Und neben kulturellen und anderen IT-Themen sind dort auch Responsibility. Also wie ist der Umgang mit Big Tech, aber auch überhaupt mit Lieferanten, die vielleicht nicht zwingend demokratische oder auch umweltfreundliche Werte haben. Und das wird abgestimmt. Aber dann haben die Büros natürlich verschiedene Geschwindigkeiten. Ein Büro sagt zum Beispiel, das deutsche Büro hat gesagt, wir machen jetzt sofort mal ein Projekt und gehen mal auf eine Alternativplattform komplett. Andere Büros haben vielleicht gerade andere Prioritäten. Das hängt ja auch davon ab, was da gerade vor Ort für Kampagnen laufen. Und insofern geht jedes Büro an den Stellen, wo sowieso was läuft vorweg und dann wird das aber ausgetauscht. A. weiß man voneinander und B. wird das auch dann vorgetragen intern. Die Learnings werden ausgetauscht und dann wird diskutiert, ob man daraus eine globale Anwendung machen kann. Und habt ihr dabei jetzt auch so einen Katalog an Entscheidungskriterien erarbeitet oder ist das etwas, wo ihr euch die Anbieter angeschaut habt und quasi ad hoc verglichen habt? Wir haben ja immer schon einen relativ strikten Lieferantenfragebogen gehabt. Da können die Lieferanten ein Lied von singen. Der ist auch öffentlich unter lieferantenfragebogen.greenpeace.de kann man den einsehen. Und eigentlich ist da alles drin, aber natürlich nicht immer so detailliert. Das frage ich natürlich nach. Und wir werden das jetzt natürlich mit KI nochmal ein bisschen twisten und nochmal ergänzen, aber eigentlich die Grundwerte sind abgebildet. Okay, das heißt also, es hat sich für euch an den Werten nichts geändert, sondern ihr müsst jetzt reagieren auf die sich verändernde Landschaft. Ist das richtig? Genau, oder auch natürlich, weil Lieferanten sich verändert haben. Also gerade Big Tech, also Google war ja mal relativ Vorreiter, was Klimaschutz anging, hatte auch mal ein Motto, was mal eigentlich positiver war. Und das muss man halt auch mal sehen. Welche Lieferanten hat man mal ausgewählt aus bestimmten Gründen. Und dann vielleicht zehn Jahre später stimmt das halt nicht mehr oder fünf Jahre. Und dann muss man reagieren. Ja, ich meine, Microsoft hat ja auch sehr hehre Ziele gehabt. Ja, die haben sie alle in die Tonne geschmissen. Genau, okay, das verstehe ich. Und wie ist das dann für euch? Also wenn ihr jetzt diesen Piloten macht, hast du ein gutes Gefühl? Also hast du das Gefühl, dass das funktioniert für euch oder gibt es Blocker? Ja, ne, also sonst würde ich das Projekt nicht machen. Ich war eigentlich sogar positiv überrascht. Als wir in die Softwareauswahl gegangen sind, habe ich nicht damit gerechnet. Also wir haben so ein bisschen schon versucht, alle User einzustimmen. Es kann sein, dass es ein paar Abstriche gibt, was man ja auch immer so so denkt. Im Moment sehe ich das nicht. Ich muss ehrlich sagen, ich war positiv überrascht, aber wir sind noch nicht live. Frag mich im Herbst nochmal. Ja, mache ich. Aber ich glaube schon, dass es klappen kann. Sicher nicht für sämtliche Anwendungen. Es gibt andere, wo es leichter ist, für andere nicht. Aber es tut sich definitiv was. Und wenn wir jetzt, also Unternehmen gucken sich ja gerade nach Lösungen um. Kann man dann bei euch vielleicht auch sehen, also gibt ihr ein bisschen frei, was ihr evaluiert habt oder ist das eher was, was ihr intern als Listen habt? Welche Anbieter ihr euch angeschaut habt? Also die Listen geben wir nicht frei. Aber was wir schon versuchen, ist von jedem dieser Projekte so eine Webseitenartikel zu machen und zu veröffentlichen. Das haben wir mit unserem Refurbished Hardware Konzept vor Jahren schon gemacht. Das haben wir mit unserem digitalen Fußabdruck, also wie messe ich das im Rahmen einer Klimabilanz, haben wir das gemacht und wir werden das auch mit dem Projekt machen, wenn es denn live ist und auch mit unseren KI-Plattformen werden wir das machen. Cool. Das heißt also bei euch ist der Fokus aktuell auf Kommunikation und KI, aber habt ihr auch Server, die ihr betreibt mit, die habt ihr Webseiten und so weiter? Wir sind natürlich auf Proxmox gewechselt, schon relativ bald, nachdem diese unsäglichen Preissteigerungen kamen. Und wir selber betreiben jetzt nicht zwingend so viel. Wir arbeiten schon viel mit Lieferanten an verschiedenen Stellen und dann mit den besagten Auswahlkriterien. Aber zum Beispiel für die Webseite, darunter ist z.B. Drupal, das ist Open Source, und alles, was wir da zusätzlich entwickeln, weil wir vielleicht irgendwelche Zahlungsmittel anbinden oder so, wie jetzt auch Vero ist auch ein Beispiel, zu sagen, kann man auch unterstützen. Das geben wir immer in die Community zurück. Das heißt, die Sachen fließen in Open Source zurück. Und deswegen denke ich auch, je mehr Unternehmen oder Organisationen das machen, desto mehr wachsen diese Alternativen auch. Drupal im Webseiten-Bereich sind ja schon lange etablierte, gute Open Source-Pakete, aber gerade in der Collaboration Suite, ich glaube, das kann da genauso laufen und tut es, glaube ich, auch für die nächsten Jahre. Also gerade so Firmen wie Nextcloud und da kommt ja jetzt doch mehr Contributions. Merkt man ja auch, dass die Geschwindigkeit langsam zunimmt. Spielt denn für euch auch in so einer Auswahl so etwas wie Open Source eine Rolle oder sind das andere Kriterien, die wichtiger sind? Es wird erstmal wohlwollend zur Kenntnis genommen und wenn es gleichwertig ist, dann sicherlich auch präferiert. Aber es ist nicht so, dass wir sagen, es muss unbedingt Open Source sein. Es kommt auf die Werte an. Es gibt auch tolle Softwarefirmen, klassischer Art, die sehr gute Software machen und auch sehr schöne Werte haben. Es muss nicht unbedingt Open Source sein. Es gibt auch, um ehrlich zu sein, grottige Open Source-Projekte, wo kein Support mehr ist, wo ich manchmal denke, warum stellen Open Source-Leute nicht standardmäßig mal einen ordentlichen Graphical User Interface Designer ein. Aber natürlich gibt es auch tolle Open Source. Ich finde, man kann nicht einfach sagen, Open Source ist immer toll oder immer schlecht. Das gucken wir uns genauso an, wie wir uns andere Sachen auch angucken. Aber wenn die gleichwertig sind, dann nehmen wir das Open Source. Das ist auch meine Erfahrung. Klar, es gibt viele Projekte, wo man denkt, UX wäre schon wirklich schön gewesen. Zum Abschluss, wenn wir jetzt mit den Unternehmen sprechen. Viele sind jetzt am Überlegen, sind sehr fest gerade in Microsoft 365 drin. Was würdest du denen mitgeben? Glaubst du, dass es Alternativen gibt oder sollen sie noch ein bisschen abwarten? Das klang ja gerade sehr positiv. Ich gebe ihnen auch schon viel mit. Deswegen bin ich auch auf diesen Konferenzen, um zu erzählen, was wir machen und natürlich auch in Gesprächen durchaus Anregungen zu geben und da auch gerne mal tiefere Einblicke. Es gab schon diverse Beispiele, wo das auch passiert ist. Gerade im KI-Bereich gibt es Alternativen. Da muss man nicht einfach Co-Pilot einschalten. Da gibt es auch gute europäische Alternativen und sogar gute deutsche Startups. Da würde ich schon ein bisschen mehr Zeit investieren, das jetzt gleich vernünftig aufzusetzen und dann gleich digital souverän. Super, vielen Dank für deine Zeit. Dann wünsche ich dir noch viel Spaß bei den TechRiders und wir hören uns wieder.