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Architekturtheater mit KI: Live-Entwicklung einer Softwarearchitektur mit Claude
Diese Live-Session demonstriert, wie die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI bei der Entwicklung einer Softwarearchitektur aussehen kann. Als Beispielprojekt diente ein Wardley Map Editor - eine bewusst ĂŒberschaubare Aufgabenstellung, die sich gut fĂŒr die zur VerfĂŒgung stehende Zeit von einer Stunde eignete.
Die Ausgangssituation
Das Projekt startete mit einem vorbereiteten GitHub-Repository, das bereits grundlegende Requirements und eine docToolchain-Integration enthielt. Als KI kam Claude zum Einsatz - speziell Claude Desktop in der Beta-Version, das durch MCP (Model Context Protocol) direkte Interaktionen mit GitHub ermöglichte.
Der Architekturentwicklungsprozess
Die Architekturentwicklung folgte dem arc42-Template und begann mit den grundlegenden Kapiteln:
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EinfĂŒhrung und Ziele: Hier wurden die initialen QualitĂ€tsziele angepasst - weg von klassischen Zielen wie Performance, hin zu demo-spezifischen Zielen wie PrĂ€sentierbarkeit und VerstĂ€ndlichkeit.
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Randbedingungen: Wichtige technische und organisatorische Rahmenbedingungen wurden definiert, wobei das enge Zeitbudget als zentrale Randbedingung identifiziert wurde.
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Kontextabgrenzung: Claude erstellte sowohl fachliche als auch technische Kontextdiagramme im C4-Format, die die System- und Schnittstellengrenzen klar aufzeigten.
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Lösungsstrategie: Hier wurden zentrale technische Entscheidungen getroffen und in Form von Architecture Decision Records (ADRs) dokumentiert.
Besonderheiten der KI-Kollaboration
Mehrere interessante Aspekte der Mensch-KI-Zusammenarbeit wurden deutlich:
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EigenstĂ€ndigkeit vs. Kontrolle: Claude zeigte teilweise viel Eigeninitiative und musste gelegentlich âgebremstâ werden, um den kollaborativen Charakter zu wahren.
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Kritische Reflexion: Die KI hinterfragte Entscheidungen und Anforderungen konstruktiv, statt einfach ânach dem Mund zu redenâ.
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Strukturierte Entscheidungsfindung: Bei technischen Entscheidungen nutzte Claude systematische AnsÀtze wie Entscheidungsmatrizen und Sequential Thinking.
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DokumentationsqualitĂ€t: Die erstellte Dokumentation war durchweg professionell, mit aussagekrĂ€ftigen Diagrammen und nachvollziehbaren BegrĂŒndungen.
Lessons Learned
Die Session zeigte mehrere wichtige Erkenntnisse:
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KI kann als wertvoller Sparringspartner in der Architekturentwicklung dienen, der kontinuierlich zur VerfĂŒgung steht.
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Die QualitÀt der Zusammenarbeit hÀngt stark von der QualitÀt der initial gegebenen Prompts und Anleitungen ab.
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Nicht jede Limitation ist eine technische Schuld - bewusste Scope-Entscheidungen sind legitime architektonische Entscheidungen.
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Die KI benötigt gelegentlich Korrekturen und FĂŒhrung, liefert aber auch eigenstĂ€ndig wertvolle Perspektiven und Ideen.
Fazit
Das âArchitekturtheaterâ demonstriert, dass KI-Systeme wie Claude durchaus in der Lage sind, bei der Architekturentwicklung substantielle UnterstĂŒtzung zu leisten. Dabei geht es weniger darum, den Menschen zu ersetzen, sondern vielmehr darum, einen kompetenten Kollaborationspartner zu haben, der den Architekturentwicklungsprozess bereichert.
Die erstellte Architektur mag nicht perfekt sein, aber sie bietet eine solide Grundlage fĂŒr die weitere Entwicklung und demonstriert die Möglichkeiten der Mensch-KI-Zusammenarbeit in der Softwarearchitektur. Die nĂ€chsten Schritte wĂ€ren die testgetriebene Implementierung des Systems - ein Prozess, der ebenfalls mit KI-UnterstĂŒtzung durchgefĂŒhrt werden könnte.
Die Session macht deutlich: KI in der Softwarearchitektur ist kein âTheaterâ, sondern kann - richtig eingesetzt - ein wertvolles Werkzeug sein, das den Architekturentwicklungsprozess unterstĂŒtzt und bereichert.