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Wie du dein Softwareprojekt garantiert an die Wand fährst
Die meisten Ratgeber zum Thema Projektmanagement konzentrieren sich darauf, wie man Projekte erfolgreich umsetzt. Andreas Monschau geht einen humorvollen, aber gleichzeitig nachdenklich stimmenden Weg: Er zeigt auf, wie man Softwareprojekte systematisch zum Scheitern bringt – nicht um damit zu prahlen, sondern um die häufigsten Fehler sichtbar zu machen und daraus zu lernen.
Mit über 25 Jahren Erfahrung in der IT-Branche hat Monschau beobachtet, dass sich bestimmte destruktive Muster immer und immer wiederholen. Dabei zeigen Studien wie der Standish Group Chaos Report 2020 ein besorgniserregendes Bild: Nur 31 Prozent aller IT-Projekte sind tatsächlich erfolgreich, während etwa 19 Prozent komplett scheitern und die restlichen 50 Prozent mit verschiedenen Problemen kämpfen.
Die größten Killer für Softwareprojekte
Schlecht geplantes Onboarding steht an erster Stelle. Neue Mitarbeiter kommen hochmotiviert in ein Team und werden ignoriert. Keine aussagekräftige Willkommenskultur, fehlende Ansprechpartner, verspätete Hardware-Ausstattung – all das führt zu frustrierten Entwicklern, bevor sie auch nur richtig anfangen konnten.
Dokumentation als Fallstrick ist ein zweites Kernproblem. Dokumentation ist oft zerstreut über mehrere Systeme, veraltet oder mit „To-Do“-Vermerken gespickt. Besonders heimtückisch: technisches Wissen wird nur in den Köpfen einzelner Personen gespeichert. Neue Mitarbeiter erhalten dann wahlweise unverständliche oder nicht aktualisierte Unterlagen.
Chaotische Meetingkultur zerstört zusätzlich Produktivität. Meetings ohne Agenda, ohne Ziel, mit zu vielen Teilnehmern – sie fressen Zeit und bringen nichts. Schlecht vorbereitete Termine, bei denen die Diskussion schweift ab und neue Meetings geplant werden, um das Thema doch noch zu klären.
Technische Schulden als Dauerbelastung. Komplexer, schlecht lesbarer Code, fehlende Dokumentation, zu viele Design-Prinzipien auf einmal angewendet – das schafft eine Umgebung, in der das Projekt immer langsamer wird.
Der Weg zur Besserung
Die gute Nachricht: Viele dieser Probleme sind lösbar. Monschau empfiehlt, zunächst den „Elefanten im Raum zu benennen” – also offen über die Probleme zu sprechen, die ohnehin alle sehen. Dann sollte man sich Verbündete suchen und konkrete Verbesserungsvorschläge machen, nicht nur Kritik üben.
Wichtig ist auch: Nicht alles blindlings von anderen Projekten kopieren. Der Survivorship-Bias führt dazu, dass wir erfolgreiche Teams analysieren und ihre oberflächlichen Praktiken kopieren, ohne zu verstehen, warum sie funktionieren.
Fazit
Andreas Monschau zeigt uns mit Augenzwinkern, dass Projektscheitern oft kein Zufall ist – es ist das Ergebnis bewusster oder unbewusster Entscheidungen. Indem wir die Fallstricke kennen und benennen, können wir sie vermeiden. Die Kraft liegt darin, Probleme anzusprechen, fundierte Lösungen vorzuschlagen und kleine Verbesserungen konsequent umzusetzen. Perfektion ist der Feind des Guten – manchmal reicht es, ein oder zwei Brände zu löschen, um das gesamte Projekt wieder auf Kurs zu bringen.